Ganztag

Gebundener Ganztag – Das Konzept

Das Heinrich-Heine-Gymnasium Dortmund ist seit dem Schuljahr 2009/ 2010 ein Ganztagsgymnasium.

 Warum haben sich die Eltern, Schüler und Lehrer am HHG für den gebundenen Ganztag entschieden?

  • Der Druck auf die Schülerinnen und Schüler ist durch die Einführung von G8 (achtjähriges Gymnasium) erheblich gestiegen. Es kommt zu einer zeitlichen Ausweitung und inhaltlichen Verdichtung des Unterrichts.
  • Der gebundene Ganztagsunterricht bietet die Chance, diesen Druck tendenziell zu mindern. Im Ganztag wird Platz geschaffen für veränderte Unterrichtformen, den Unterrichtsalltag auflockernde AG- und Projektangebote, weitergehende Fördermaßnahmen usw.
  • Die Integration von Teilen der Hausaufgaben in den Ganztagsunterricht schafft für unsere Schülerinnen und Schüler neue Räume im Freizeitbereich.
  • Nicht zuletzt haben wir erkannt, dass das so genannte Halbtagsgymnasium immer mehr zu einem Mythos geworden ist. In Wirklichkeit waren wir wie alle anderen Gymnasien in NRW schon lange von dem Schuljahr 2009/2010 Ganztagsschulen, da das Stundenvolumen von G8 Unterricht im Nachmittagsbereich erforderlich macht. (Wir haben es nur nicht so genannt.)
  • Eine einstündige Mittagspause betrifft nicht nur die Ganztagsschulen, sondern ist für alle Schulen verpflichtend, wenn eine siebte Unterrichtsstunde im Stundenplan festgelegt ist.

Welches pädagogische Konzept liegt dem Ganztagsunterricht am HHG zugrunde?

Wenngleich es einige wenige Gymnasien in NRW gibt, die bereits Erfahrungen mit dem gebundenen Ganztag haben, so ist doch das Angebot an erprobten Konzeptionen ziemlich schmal. Vorhandenes Erfahrungswissen haben wir ausgewertet und versucht, esmit unseren eigenen Bedingungen und Zielen abzugleichen. In diesem Prozess ist deutlich geworden, dass Ganztagsunterricht mehr ist als die Organisation von Unterricht im Nachmittagsbereich.
Vielmehr beinhaltet Ganztagsunterricht eine große Bandbreite an Chancen der Verbesserung der Arbeits- und Lernbedingungen einer Schule, der Weiterentwicklung des schulischen Lernraumes zum schulischen Lebensraum, der Optimierung pädagogischen Handelns. Dabei gilt es aus unserer Sicht vier Aspekte besonders in den Blick zu nehmen:

  1. Die Rhythmisierung des Unterrichtsalltages
  2. Die Vernetzung der verschiedenen Lern- und Unterrichtsformen und -phasen
  3. Die Effektivierung der einzelnen schulischen und sozialen Fördermaßnahmen
  4. Die Partizipation aller am Ganztagsprozess beteiligten Gruppen

Das Heinrich-Heine-Gymnasium hat sich auf den Weg gemacht, die Chancen und Perspektiven eines Ganztagsgymnasiums auszuloten und praktisch umzusetzen. Um diesen sicherlich schwierigen Weg besser meistern zu können, haben wir uns mit anderen Ganztagsgymnasien in NRW in dem wissenschaftlichen Großprojekt „Ganz-In" zusammengeschlossen. Wir setzen darauf, von den Erfahrungen anderer viel lernen zu können und hoffen auf die wissenschaftliche Unterstützung der beteiligten Universitäten und Institute.

Letztlich liegt es aber an uns und unserer Schulgemeinschaft, unsere Schule zum Erfolg zu führen.

Gebundener Ganztag am HHG

Gebundener Ganztag am HHG bedeutet, dass die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler am Montag, Mittwoch und Donnerstag in der Regel bis 15:35 Uhr (spätester Unterrichtsschluss) Unterricht haben. Am Dienstag und Freitag endet der Unterricht spätestens um 12:55 Uhr.

Betreute Mittagspause

Der Schultag wird an den langen Tagen durch 65-minütige Mittagspause von 12:55 Uhr bis 14:00 Uhr unterbrochen. Während dieser Pause haben die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, für 2,50 € ein warmes Mittagessen in unserer Mensa zu sich zu nehmen. Der große Vorteil unserer Mensa, die vom Studentenwerk Dortmund bewirtschaftet wird, besteht nicht nur in einer ausgewogenen Ernährung, sondern auch darin, dass eine Vorbestellung – wie allgemein üblich – nicht notwendig ist. Eine Verpflichtung, für unsere Schülerinnen und Schüler, eine warme Mahlzeit zu erwerben, besteht nicht. Allerdings legen wir bei den Eingangsklassen Wert darauf, dass dieser erste Teil der Mittagspause gemeinsam im Klassenverband verbracht wird.

Anschließend haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, den zweiten Teil der Pause nach eigenen Interessen zu gestalten. Wer will, kann sich sportlich betätigen, mit Anderen Gesellschaftsspiele spielen, an AGs teilnehmen oder sich zurückziehen, um Musik zu hören oder lesen.

Jahrgangsstufenflur Jede Jahrgangstufe hat ihren eigenen, räumlich abgeschlossenen Flur mit eigenen Toiletten und einem eigenen Jahrgangsstufenraum, der besonders wohnlich gestaltet ist, gemeinsames Spielen und Lernen ermöglicht, aber auch Rückzugsmöglichkeiten bietet.

Hausaufgaben

 Seit dem Schuljahr 2013/14 sind die Hausaufgaben für die Jahrgangsstufen 5 – 8 am HHG abgeschafft. Aus diesem Grunde ist den schriftlichen Fächern jeweils pro Woche eine Arbeitsstunde zugeordnet, in der die Schülerinnen und Schüler unter Aufsicht und Anleitung der Fachlehrkraft das im Unterricht erworbene Wissen nachbereiten und üben sowie das selbstständige Arbeiten lernen. Für Lernaufgaben in den nichtschriftlichen Fächern stehen die allgemeinen Arbeitsstunden zu Verfügung, die durch Unterrichtsausfall entstehen. In den Jahrgangsstufen 5 und 8 pro Woche kommt eine sog. Allgemeine Arbeitsstunde hinzu. Diese Arbeitsstunden befinden sich im gebundenen Ganztag und sind somit für alle verpflichtend. Darüber hinaus besteht für die  Jahrgänge 6 und 7 die Möglichkeit, eine zusätzliche allgemeine Arbeitsstunde im offenen Bereich des Ganztags anzuwählen. Für diese Arbeitsstunde gelten dann die gleichen Regelungen wie für alle anderen Angebote des offenen Ganztagsbereiches. 

In unserer Schule wird sehr großer Wert darauf gelegt, unsere Schülerinnen und Schüler zu Selbstständigkeit zu erziehen. Aus diesem Grunde gibt es immer wieder Selbstlernphasen, in denen Aufgaben bearbeitet werden können.

„Buch unter dem Tisch"

Und wer in solchen Phasen bereits alles erledigt hat oder mal ein wenig Zeit zur Lockerung seines angestrengten Gehirns braucht, der schnappt sich sein Lieblingsbuch und liest ein wenig.

Rhythmisierung des Unterrichtstages

Die zeitliche Rhythmisierung des Unterrichts erfolgt nach dem modifizierten 90-Minuten-Modell.

Die ersten vier Stunden werden in zwei 90-Minuten-Blöcken unterrichtet. Zwischen diesen beiden Blöcken liegt eine 25-minütige Pause.

Die inhaltliche Rhythmisierung bemüht sich, Belastungswechsel durch unterschiedliche Unterrichtsformen zu erreichen. So findet neben dem traditionellen Fachunterricht Projektunterricht statt.
Arbeitsstunden und Lernzeiten sind weitere Elemente des Ganztagsunterrichts am HHG.