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Gartenspäher in Bodelschwingh Empfehlung

Gartenspäher in Bodelschwingh. Projekttage mit Studierenden vom Seminar für Kunst und Kunstwissenschaft der TU Dortmund, am zweiten Projekttag auch der dortigen Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen sowie vom Institut für Kunstgeschichte der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster; am ersten Projekttag mit Schüler/-innen des Heinrich-Heine-Gymnasiums Dortmund; am zweiten Projekttag mit Schüler/-innen und Lehrer/-innen der Grundschule Bodelschwingh sowie mit Schülern und Lehrern vom Leopold-Hoesch-Berufskolleg Dortmund zusammen mit Adam’s Corner; Juni 2018. Foto: Gartenspäher/TU Dortmund. Gartenspäher in Bodelschwingh. Projekttage mit Studierenden vom Seminar für Kunst und Kunstwissenschaft der TU Dortmund, am zweiten Projekttag auch der dortigen Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen sowie vom Institut für Kunstgeschichte der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster; am ersten Projekttag mit Schüler/-innen des Heinrich-Heine-Gymnasiums Dortmund; am zweiten Projekttag mit Schüler/-innen und Lehrer/-innen der Grundschule Bodelschwingh sowie mit Schülern und Lehrern vom Leopold-Hoesch-Berufskolleg Dortmund zusammen mit Adam’s Corner; Juni 2018. Foto: Gartenspäher/TU Dortmund.

Schloss Bodelschwingh ist ein Kleinod im Norden Dortmunds. Das Wasserschloss mit dem umgebenden Landschaftsgarten befindet sich seit mehr als 700 Jahren in Familienbesitz. Am Seminar für Kunst und Kunstwissenschaft der Technischen Universität Dortmund wird mit Studierenden ein Konzept erarbeitet, um den Landschaftsgarten in Schloss Bodel¬schwingh als außerschulischen Lernort zu erschließen. Dieses Projekt ist einerseits Teil eines größeren Projekts unter dem Titel „Gartenspäher“, in dem kunstwissenschaftlich fundierte Vermittlungsstrategien für historische Gärten erarbeitet werden. Andererseits beteiligt es sich an „Europa in Westfalen – Spurensuche im Denkmalbestand“. Leitfragen sind: Wie kann dieses Kleinod im Dortmunder Norden seine Besonderheit als Ort lebendiger europäischer Adelskultur erhalten? Wie kann der Landschaftsgarten ein Ort sein, an dem Kinder und Jugendliche eben diese Adelskultur als bedeutenden Strang europäischer Überlieferung kennen lernen können?

Das Projekt „Gartenspäher in Bodelschwingh“, das auch in den kommenden Semestern fortgesetzt werden soll, ist Bestandteil sowohl des Lehramtsstudiums für das Fach Kunst in allen Schulstufen und Schulformen wie des interdisziplinären Masterstudienganges „Kulturanalyse und Kulturvermittlung“. Angehende Kunstvermittler/-innen erproben die Erkundung des Landschaftsgartens und teilen „in Echtzeit“ ihr Wissen, ihre Seherfahrungen und die Reflexionen über Denkmalwerte mit unterschiedlichen weiteren Akteuren: Zu den Projekttagen vor Ort werden Schüler/-innen verschiedener Dortmunder Schulen eingeladen. Entwickelt werden Choreographien, mit denen der Ort auf eine Weise erschlossen wird, die das „Sharing Heritage“, das gemeinsame Teilen des kulturellen Erbes, unmittelbar erfahrbar macht.

Im Kontext von „Europa in Westfalen“ fanden im Juni 2018 zwei Projekttage statt: der erste mit einem 11. Jahrgang des Heinrich-Heine-Gymnasiums Dortmund und Studierenden aus drei Universitätsseminaren am Seminar für Kunst und Kunstwissenschaft der TU Dortmund. Insgesamt erkundeten 101 Personen an diesem Tag den Landschaftsgarten. Der zweite Projekttag war deutlich komplexer. Nicht nur kamen mehr Personen (ca. 130) zusammen, sondern auch mehr unterschiedliche Akteure: Neben den Studierenden der drei kunstwissenschaftlichen Seminare brachten Studierende der Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen der TU Dortmund und der Kunstgeschichte an der Universität Münster (beide Seminare unter Leitung von Dr. Oliver Karnau, LWL-Denkmalpflege) ihre Expertise zu Denkmalpflege und Denkmalschutz in die Diskussionen mit ein. Und auch zwei gänzlich unterschiedliche Schulen waren beteiligt: Die Grundschule Bodelschwingh beteiligte sich mit ihrem dritten Jahrgang. Für diese Schülerinnen und Schüler sowie ihre Lehrer/-innen wurde das Schloss in seiner europäischen Kontextualisierung als Part des Stadtteils im Wortsinn verortet. Die zweite Schülergruppe kam von Leopold-Hoesch-Berufskolleg. Die Verbindung zwischen der TU Dortmund und dieser Willkommensklasse kommt durch „TU@Adam’s Corner“ zustande. Adam’s Corner ist ein schulergänzender Bildungsort im Rahmen von „angekommen in deiner Stadt“, ein Programm für junge Flüchtlinge, Vertriebene und Zugewanderte, zu dessen Programm auch die TU Dortmund regelmäßig beiträgt. Die 16-20jährigen Schüler lernten einen neuen Ort in Dortmund kennen und begegneten in den Studierenden annähernd gleichaltrigen jungen Menschen im Gespräch.

Das Projektdesign erlaubte es, die Schüler/-innen in kleinen Gruppen jeweils mit mehreren Studierenden den Landschaftsgarten zu erkunden: Es galt Sichtachsen zu entdecken, die Rolle von Wasser zu besprechen, das Gestalten von Landschaftsbildern durch den Gartenkünstler Eduard Petzold zu verstehen, über Farbkonzepte in der Bepflanzung aufzuspüren sowie über Denkmalwerte, Teilhabe und „Sharing Heritage“ zu diskutieren.

Begleitet wurde der zweite Projekttag von Dr. Oliver Karnau vom LWL-Denkpflege, Dr. Henriette Brink-Kloke, der Leiterin des Denkmalamtes der Stadt Dortmund, Wolfgang Euteneuer, dem Leiter von Adam’s Corner sowie von Livia Rüger vom Referat Hochschulkommunikation der TU Dortmund. Dr. Mireta zu Knyphausen und Felix zu Knyphausen waren die Gastgeber der Gartenspäher in Bodelschwingh. Sie begrüßten und begleiteten die Gartenspäher an ihren Projekttagen. 

Projektleitung:
Prof. Dr. Barbara Welzel, Lehrstuhl für Kunstgeschichte, Seminar für Kunst und Kunstwissenschaft, Technische Universität Dortmund. Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Mitarbeit:
Christopher Kreutchen M.Ed. und Dr. Birgit Franke (Seminar für Kunst und Kunstwissenschaft, TU Dortmund)

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