USA

„Entschuldigung,wie funktioniert der Wasserhahn?"

Dies waren meine ersten Worte als ich mein neues Zuhause in Ann Arbor,Michigan betrat. Alles war anders, ich hatte plötzlich einen kleinen,bellenden Dackel um mich herumtanzen,der noch für viel Aufregung sorgen würde und musste mich in einer völlig fremden Umgebung zurecht finden. Ich ging also das erste mal in mein neues Zimmer, sah mein riesiges Bett,was mit jeder Bewegung quietschte und schlief tief und fest, da die 38 Stunden die ich wach gewesen war mich ziemlich übermüdet hatten. Mein Tagesablauf fing an sich einzupendeln als ich das erste Mal mit zum Rudertraining genommen wurde was,wie ich später festgestellt habe, die meiste Zeit meines Auslandsjahres beanspruchen würde. Ich habe schon in Deutschland gerudert und deshalb war ich ziemlich froh einen Sport machen zu können mit dem ich vertraut war.

Das Training fand jeden Tag von 15:30-19:00 statt,sodass ich nie vor 8 und nie nach der Schule zuhause war. Meine Schule,die Community High School war ganz anders als ich sie mir vorgestellt hatte. Eine „normale" amerikanische High School wird ja immer als riesig und anonym beschrieben,was überhaupt nicht auf meine zutraf. Wir hatten 400 Schüler (im Vergleich: die Schule für die ich ruderte hatte 8900) und wir durften unsere Lehrer beim Vornamen nennen. Außerdem hatten wir so genannte „Forums",die wie ein Klassenverband aus vielen verschiedenen Altersgruppen bestanden und die einen „Forum Leader" hatten, der die verschiedenen Wohltätigkeitsveranstaltungen und Wandertage organisierte. Wir halfen ehrenamtlich in einem Kindergarten mit,hakten Laub im öffentlichen Park und kümmerten uns um den Verkauf von heißem Kakao,um unseren „Forum Day" zu finanzieren. Die Schule mit meinem Sport zu vereinbaren war nicht immer einfach. Ich musste um halb Acht in der Schule sein und um 15:15 direkt zum Training laufen,was eine halbe Stunde in Anspruch nahm und hatte dann bis abends Training. Vielleicht kann man sich vorstellen,dass dieser Alltag ziemlich stressig war,da auch die Wochenenden von Regatten oder zusätzlichem Training und Kirchenbesuchen geprägt war. Die Kirche, die „Westminister Presbytarian Church" war ganz anders als unsere Kirchen hier. Wir hatten einen richtigen Zusammenhalt, eine gut funktionierende Jugendgruppe und tolle Menschen,sodass das Sonntag morgendliche Event nicht zur Qual wurde.

Meine Gastfamilie hat mich in allen Belangen unterstützt. Ich hatte zwei Gastschwestern, Patricia 16 und Catherine 19, eine Dackeldame namens Else und meine Gasteltern Emily und Don, die als Ernährungsberaterin und Arzt tätig waren. Mein Gastvater sprach fließend Deutsch was einige sprachliche Konflikte löste und mir oft eine große Hilfe war. Trotzdem war unsere Hauptsprache natürlich Englisch. Es war eine riesige Umstellung und es war mit Sicherheit nicht immer einfach,aber auch durch schwierige Erfahrungen wächst man und weiß hinterher vielleicht umso mehr zu schätzen,was einem an seinem deutschen Zuhause liegt. Durch den Sport, die tolle Schule und meine Gastfamilie und Freunde war mein Jahr ein voller Erfolg und eine Erfahrung die ich nicht missen möchte. Ich vermisse viele Dinge, weiß aber auch ganz genau zu schätzen welche Freiheiten und Privilegien ich hier habe,die nicht so selbstverständlich sind wie man glaubt. Ich kann nur jedem empfehlen eine derartige Erfahrung einmal im Leben zu machen,ob im Praktikum, nach dem Abi oder während der Schule.

Lena Knaebe

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„Entschuldigung,wie funktioniert der Wasserhahn?“

 

-Dies waren meine ersten Worte als ich mein neues Zuhause in Ann Arbor,Michigan betrat. Alles war anders, ich hatte plötzlich einen kleinen,bellenden Dackel um mich herumtanzen,der noch für viel Aufregung sorgen würde und musste mich in einer völlig fremden Umgebung zurecht finden. Ich ging also das erste mal in mein neues Zimmer, sah mein riesiges Bett,was mit jeder Bewegung quietschte und schlief tief und fest, da die 38 Stunden die ich wach gewesen war mich ziemlich übermüdet hatten. Mein Tagesablauf fing an sich einzupendeln als ich das erste Mal mit zum Rudertraining genommen wurde was,wie ich später festgestellt habe, die meiste Zeit meines Auslandsjahres beanspruchen würde. Ich habe schon in Deutschland gerudert und deshalb war ich ziemlich froh einen Sport machen zu können mit dem ich vertraut war. Das Training fand jeden Tag von 15:30-19:00 statt,sodass ich nie vor 8 und nie nach der Schule zuhause war. Meine Schule,die Community High School war ganz anders als ich sie mir vorgestellt hatte. Eine „normale“ amerikanische High School wird ja immer als riesig und anonym beschrieben,was überhaupt nicht auf meine zutraf. Wir hatten 400 Schüler (im Vergleich: die Schule für die ich ruderte hatte 8900) und wir durften unsere Lehrer beim Vornamen nennen. Außerdem hatten wir so genannte „Forums“,die wie ein Klassenverband aus vielen verschiedenen Altersgruppen bestanden und die einen „Forum Leader“ hatten, der die verschiedenen Wohltätigkeitsveranstaltungen und Wandertage organisierte. Wir halfen ehrenamtlich in einem Kindergarten mit,hakten Laub im öffentlichen Park und kümmerten uns um den Verkauf von heißem Kakao,um unseren „Forum Day“ zu finanzieren. Die Schule mit meinem Sport zu vereinbaren war nicht immer einfach. Ich musste um halb Acht in der Schule sein und um 15:15 direkt zum Training laufen,was eine halbe Stunde in Anspruch nahm und hatte dann bis abends Training. Vielleicht kann man sich vorstellen,dass dieser Alltag ziemlich stressig war,da auch die Wochenenden von Regatten oder zusätzlichem Training und Kirchenbesuchen geprägt war. Die Kirche, die „Westminister Presbytarian Church“ war ganz anders als unsere Kirchen hier. Wir hatten einen richtigen Zusammenhalt,eine gut funktionierende Jugendgruppe und tolle Menschen,sodass das Sonntag morgendliche Event nicht zur Qual wurde.

Meine Gastfamilie hat mich in allen Belangen unterstützt. Ich hatte zwei Gastschwestern, Patricia 16 und Catherine 19, eine Dackeldame namens Else und meine Gasteltern Emily und Don, die als Ernährungsberaterin und Arzt tätig waren. Mein Gastvater sprach fließend Deutsch was einige sprachliche Konflikte löste und mir oft eine große Hilfe war. Trotzdem war unsere Hauptsprache natürlich Englisch. Es war eine riesige Umstellung und es war mit Sicherheit nicht immer einfach,aber auch durch schwierige Erfahrungen wächst man und weiß hinterher vielleicht umso mehr zu schätzen,was einem an seinem deutschen Zuhause liegt. Durch den Sport, die tolle Schule und meine Gastfamilie und Freunde war mein Jahr ein voller Erfolg und eine Erfahrung die ich nicht missen möchte. Ich vermisse viele Dinge, weiß  aber auch ganz genau zu schätzen welche Freiheiten und Privilegien ich hier habe,die nicht so selbstverständlich sind wie man glaubt. Ich kann nur jedem empfehlen eine derartige Erfahrung einmal im Leben zu machen,ob im Praktikum, nach dem Abi oder während der Schule.

 

Lena Knaebe

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