International

Krakau/Auschwitz 2017 Empfehlung

"Neben Krakau als beliebtes Ziel für viele Studierende, ist die polnische Stadt und ihre Umgebung für ihre Geschichte weltweit bekannt. Dies macht eine Kursfahrt mit geschichtsinteressierten Schülern nicht uninteressant.

Am ersten Tag durften wir eine Stadttour durch die Altstadt genießen. Neben den wunderschönen Häusern aus der Renaissance und dem Barock stehen dort viele sehenswerte Kirchen. In der Altstadt sind es etwa 200 Kirchen, wobei die berühmteste wohlgemerkt die Marienkirche ist und ein Muss für jeden Besucher darstellt. Auch das Florianstor wurde besichtigt, was das letzte erhaltene Stadttor von Krakau ist.
Der zweite Tag dürfte wohl der emotionalste für sowohl die Lehrer als auch für die Schüler sein. Der Besuch im Auschwitz Stammlager hat sicherlich tiefe Narben bei den Schülern und Lehrern hinterlassen. Die Führung zeigte uns neben den Gebäuden per se auch vieles über das Leben der im Holocaust gestorbenen Menschen. Zum Gedenken an die Opfer, die dort hauptsächlich aus ungarischen Juden bestanden, gab es verschiedene Ausstellungen. Der Fokus einer Ausstellung lag darin, die etwa 1,5 Mio. Todesopfer nicht als eine große Menge von Opfern darzustellen, sondern ihnen ein Gesicht zu geben. Anschließend besuchten wir das Oskar-Schindler-Museum, was uns einen detaillierten Einblick in die Fabrik des Oskar Schindlers gab, wo er über 1000 Juden arbeiten ließ, um sie vor dem Tod zu retten.
Direkt am nächsten Tag ging es weiter mit Auschwitz Birkenau. Das riesige Areal war das größte Vernichtungslager der Nazis. Über eine Million Menschen wurden dort unter grausamsten Umständen wie Tiere auf engstem Raum gehalten und getötet. In eines der Gefangenenlager durften wir hinein. Neben der unvorstellbaren Enge, sah man viele Malereien und Namen an den Wänden. Unseren letzten Tag verbrachten wir im jüdischen Viertel. Was früher im Zweiten Weltkrieg als Ghetto für die Juden umfunktioniert wurde, ist heute ein lebendiges Viertel mit vielen alternativen Restaurants etc... Nach der Führung trafen wir uns mit einer Zeitzeugin, dessen Familie einige Juden retten konnte. Sie sprach von ihren Erlebnissen und wie es die Familie erfolgreich geschafft hat, mehrere Kinder und erwachsene Menschen zu retten. Am Ende gab sie uns nochmal die Möglichkeit Fragen zu stellen, die wir natürlich interessiert nutzen.
Dies war unser letzter Tag in Polen, denn am nächsten Mittag ging es mit dem Flieger zurück nach Deutschland. Eine Kursfahrt, die man nie vergessen wird. Neben der schönen Stadt, hat man sich auch die Vergangenheit der Region und Zurückgebliebenes der Nationalsozialisten angeschaut. Um die Geschichte der Deutschen und um den Zweiten Weltkrieg verstehen zu können, muss man in Auschwitz das Stammlager und Birkenau besucht haben. Ich dachte immer, ich hätte alles über den Holocaust schon in Geschichte gelernt, aber da lag ich so falsch, wie ich es mir nicht ausmalen konnte."

Nilay Sari Q1

Die Fahrt wurde durch die Bethe-Stiftung gefördert.

Mehr in dieser Kategorie: « Krakau Fahrt 2015